| Kapitel 10 DIE GROßE MUTTER |
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| 1. VORWORT 2. EINFÜHRUNG 3. MEINE
JUGEND 4. AN
JENER SEITE 6. DUNKLE
NACHT DER SEELE ("Talpredigt") Der Abstieg Die Tiefe Die Rückkehr 8. MEIN LEBENSMYTHOS Zurückblickend Mitgefühl Erneuerung Schönheit 9. HEALING THE PLANET 10. DIE
GROßE MUTTER 11. KEHR UM 12. EPILOG |
Hier angekommen, fühle ich, dass ich ein Geständnis ablegen muss. Neben allen Segnungen der stets grösser werdenden Ganzwerdung, verfolgte mich nach wie vor ein Problem. Trotz (oder gerade Dank) des erleuchteten Zustandes, hatte ich sehr wenig 'religiöses Gefühl'. Schliesslich brauchst Du Dich nicht an das Göttliche zu wenden..... wenn Du Es Selber (im Wesen) Bist. Also vermisste ich es auch nicht. Die Tragfläche des Seins war jedoch hauchdünn, das Gefühl, verlassen zu sein trat oft in den Vordergrund, so sehr, dass ich mich oft den Umständen ausgeliefert fühlte. Herumlaufend in dem "wasteland" mit 'meiner Erleuchtung unter'm Arm', gab mir nicht unbedingt, was ich davon erwartet hatte. Die Versuchung allmächtig sein zu wollen...Das war der Anlaß zu andauerndem innerlichen Streit. Vor allem in Zeiten von 'Abgeschiedenheit', von Müdigkeit, zuviel Denkarbeit oder keine Resonanz mit der Umgebung habend, machte es sich bemerkbar. Hier gilt das Sprichwort: "Bist Du Es nicht (was bei mir garnicht zutraf), dann machst Du einen Meister aus Dir". Man kann der Versuchung dann kaum widerstehen, sich Damit zu brüsten. Du weißt ja, dass Du (letztendlich) das ganze Universum umfasst. Nicht mit deinem Verstand, sondern durch die Ultime Verwirklichung Selber. Dies begleitet Dich ununterbrochen. Das Wissen um die Kraft der Ehrgeiz - das "Ego" das immer wieder versucht die Gottesverwirklichung für seine eigene Zwecken zu missbrauchen - machte mich verrückt. Immer öfter kam die ängstliche Vision eines endlosen Ringens bei mir auf; ich fragte mich, ob dies nun bis zum Ende so weitergehen würde. (Wieder)Entdeckung Auf der anderen Seite konnte ich mir kaum vorstellen, dass es die Absicht des Göttlichen ist, einerseits soviel zu geben, und einem danach in eine Sackgasse zu manövrieren. In zunehmendem Maße fing es mir an zu dämmern, dass die Erleuchtung nicht das Letztendliche sein konnte. In einem bestimmten Augenblick war ich davon überzeugt, dass ich etwas in meinem 'Weltbild' übersah. Also ging ich von Neuem auf die Suche nach der Wahrheit. Aus meiner 'eigenen' Realisation wusste ich, dass das Dasein bodenlos ist. Erst ist da das Selbst, dann löst sich dieses Selbst auf in Satori, danach löst Satori sich auf in der Grossen Alles-Umarmenden Erleuchtung. Das letzte ist in Seiner Letztendlichkeit so transparant, dass Es 'keine Substanz' mehr hat. Das Resultat ist, dass letztendlich 'nichts mehr' zwischen Dir und der Welt steht. Eine Welt, in der "ein Baum wieder einfach ein Baum ist", und "der Berg ist halt eben ein Berg". Doch ist dies noch nicht der letzte Schritt, denn da ist noch der physische Tod. Logischerweise muss demnach die Transparenz auflösen in etwas 'Was Dahinter Liegt'. Plötzlich leuchtete es mir ein. In der Zeit meiner Grossen Erfahrungen war ich so beeindruckt gewesen von dem Licht, dass ich vergaß, dass mein Durchbruch mit dem kosmischen Blitz begonnen war: der Moment Totaler Auflösung. Erst danach wurde ich aufgenommen im Ewigen Licht. Es gibt also eine Reihenfolge: erst das Absolute Nichts, dann das Licht. Schlussfolgerung: das Licht kommt aus dem Nichts, dem Kosmischen Vakuum. Endlich begriff ich. Die Grosse Mutter transformiert unsere tiefsten Ängste in Befreiung Wenn das Dasein tatsächlich bodenlos ist, dann ist das Vakuum die Ultime Bodenlosigkeit! Ich verspürte eine unvorstellbare Erleichterung. Hier nach hatte ich gesucht. Ich hatte mein wahres Zuhause gefunden. Nicht Gott schuf die Welt aus dem Nichts, doch das Nichts gebärt ununterbrochen 'Gott' und die Welt. Unmittelbar entfaltete sich das ganze Bild vor meinen Augen. Religion, Geschichte, Mythologie und selbst die Naturwissenschaften schienen die Existenz des Vakuums zu bestätigen. Man kann zurückgehen bis in die Vorgeschichte, wie das Letztendliche als Kosmische Gebärmutter, aus der alles entsteht und zurückkehrt, erfahren wurde. Die grossen Zivilisationen - von Mesopotamien, Ägypten, Indien, bishin zu China - verehren alle die Grosse Mutter als den Anfang aller Zeiten, genauso wie die Schöpfungsmythen der einheimischen Völker. Eigentlich können in allen bestehenden Religionen 'Reste' gefunden werden, die nachweisbar einen Prozeß andeuten, in dem der Mütterliche Ursprung früher oder später ersetzt wurde durch patriarchale Götter. Für mich persönlich bedeutete dies die Erlösung aus meiner Identifizierung mit dem Licht. Die Gefahr, zurück zufallen, war für immer vorbei. Ausserdem hatte ich den wahren Sinn des Lebens gefunden, bestehend aus Hingabe, Verehrung und Anbetung. Im Gegensatz zum Licht, kann das Vakuum nicht erreicht, in Besitz genommen oder realisiert werden. Also nicht die Selbstverwirklichung, sondern Hingabe ist die höchste Stufe des spirituellen Weges. Die "Dreifache Verwirklichung" ist der Schlüssel zum begreifen. Erleuchtung und Unterwelt erwiesen sich als zwei Seiten derselben Medaille. Sie sind eine Zwei-Einheit. Erleuchtung ist also nicht das Letztendliche, sondern Teil einer Polarität. Erstere kann also nicht das Letztendliche sein. Es muß noch "etwas dahinter stecken". In meiner Erfahrung war das also das Absolute Nichts. Witz: "die Atheisten haben also immer Recht gehabt". Tatsächlich befindet die Große Mutter sich jenseits des Göttlichen. In Ihr haben Licht und Düsternis ihren Zuhause. Sogar R.Steiner sagte: "Das Mütterliche Prinzip gebiert den Logos" (das Licht, Gott). Nur Absolute Leere kann alles umfassen. Man kann es mit einem Zimmer vergleichen. Die Möbel bestehen dank der Existenz des Raumes. Die Ultime Leere gebärt das Göttliche und das Universum, während beide unaufhörlich in Ihr zurückkehren. Es gibt also permanent zwei kosmische Kräfte: die der Manifestation und Rückkehr in den Ursprung. Diese zwei Kräfte bestimmen das Leben auf allen Ebenen. Menschen auf dem spirituellen Weg spüren deswegen den stetigen Wechslung von Einswerdung (Auflösung) und Tätigkeit. Auch wenn man eine Zeitlang in der Erleuchtung war, schlägt die Bewegung früher oder später um in sein Gegenteil. Dann ist man wieder "auf sichselber zurückgeworfen". Der Sinn ist, daß die Mutter Dir die Gelegenheit gibt Deine Selbstbezogenheit bzw unverarbeitete Sachen unter Augen zu sehen, mit dem Zweck sie nachträglich in die Neue Identität zu integrieren. Ja, Sie ist die Leere hinter der Leere, die unergründliche Ultime Dimension. Sie ist das Fass der Regeneration in dem alles stirbt um ständig aufs Neue geboren zu werden. Daraufhin entdeckte ich das Gefühl von echter Religiosität, etwas, dass lange Zeit nicht da gewesen war. Ich begann sogar zur Großen Mutter zu beten, spontan nieder zu knien, etwas was bis vor kurzem völlig undenkbar gewesen wäre. Und das Wunder ist folgendes: 'Gefühlsmäßig' hatte ich niemals eine richtige 'irdische' Mutter, anstatt dessen hatte ich nun meine Himmlische Mutter gefunden. Daher, dass meine Teachings - Erwachen, persönliche Integration, die Wiederherstellung der Einheit mit 'Himmel, Erde und der Gemeinschaft' und dem Durchbruch des Lichtes - jetzt kulminieren in der Zuflucht zur Großen Mutter. "Kommt alle zu Mir, Ich Bin die Alles-Umarmende". Um überleben zu können, bleibt nichts anderes übrig, als dass die Menschheit Ihr Gesetz des Universums befolgt - das Alte sterben lassen um als Neues Selbst wiedergeboren zu werden - um letzten Endes wieder Teil des Ganzen - Himmel, Erde und die (neue) Gemeinschaft - zu sein. Nach grossem Zögern - von ungefähr 33 Jahren! - akzeptierte ich also endlich meine Mission: die Begleitung von Menschen zurück nach Hause. Damit meine ich, zurück zur Großen Mutter, der Quelle von ununterbrochener Regeneration! Nachdem ich mir meiner Herkunft bewusst geworden war, nahm ich einen neuen Namen an: Servant/Messenger ('Sermes') der Großen Mutter.* * Sieh ins Besondere auch: "Kehr Um/Große Mutter Hymne"Kapitel 11"Ich verkörpere die Tradition der Großen Mutter mit Ihrem Anerkennung "Am Anfang meiner Karriere (1972) hatte ich kaum eine Ahnung von Spiritualität. Im Gegenteil, nachdem mir die Religion als Kind aufgedrungen wurde, hatte ich alles, was damit zu tun hatte, resolut abgelehnt. Kurz danach sandtest Du mir einen weisen Mann mit Deiner Voraussagung über meine zukünftige Mission, bestehend aus der Parzival-Legende als unterliegende Dynamik (Archetypus) meines ganzen spirituellen Lebens. Ich nahm es nicht so ganz ernst, da es für mich aus einer anderen Welt zu kommen schien. Also schenkte ich es eine Zeitlang keine Aufmerksamkeit, und vergaß den Zwischenfall. Unterdessen schenktest Du mir aussergewöhnliche Talente, wie zum Beispiel (ganzheitlicher) Arzt, zugunsten von vielen. Mit unablässiger Begeisterung setzte ich mich ein für die Naturheilkunde. Im persönlichen Bereich jedoch hatte ich noch eine Menge zu lernen. Das war im gleichen Verhältnis zu allem, was ich 'ertragen musste'; das war keine Kleinigkeit. Tief im Elend, kamst Du mir damals zu Hilfe. Nicht etwa, dass ich das als 'ein Zeichen von Oben' sah. Zu der Zeit hatte ich noch keinerlei Vermutungen, das Du, oder wer auch immer, dahinter stecken könne. Erst jetzt - hinterher also - wurde mir klar, dass ich als ein Teilchen geleitet wurde durch die Ganzheit. Du hast Karl Graf Dürckheim meinen Weg kreuzen lassen, so dass ich neue Schritte setzen konnte in Richtung Bewusstwerdung. Er, der mir den Weg des Erwachens (Zen) lernte, beziehungsweise die Entdeckung meines wahren Selbst. Danach - in einer Ruhepause meiner Sprechstunde - schenktest Du mir Deine Gralsvision (1974), welche mich zutiefst rührte. Die Bedeutung: "Erwachet!, strukturiere Dein Leben um und diene dem Anderen", sollte die Richtlinie für mein ganzes weiteres Leben werden. Erst viel später begriff ich, dass es Deine Botschaft an die Welt war. Dann, Dank Deiner unvorstellbaren Gnade ( und via Bhagwan Shree Rajneesh) schenktest Du mir plötzlich und total unerwartet die überwältigende Dreifache Realisation, bestehend aus der Auslöschung meines ganzen Daseins ('Das Absolute Nichts'), der unmittelbar darauffolgenden Auflösung in Deinem Ewigen Lichtkörper ('Allesumfassende Erleuchtung'), zusammen mit dem Abstieg in die Unterwelt, welche Dein Vernichtungskörper ist ('Das Grosse Sterben', 1977). Dies wurde nach einiger Zeit gefolgt - wiederum ohne mein Zutun - durch Deine Instruktionen für das Schreiben der Ultimen Sutra (1977). Alsob dies noch nicht genug war, beschertest Du mir zehn Jahre ununterbrochener Glückseligkeit (1977-1987), verschiedenen anderen grossen Erfahrungen und einem unbekümmerten Leben - lebend im Ewigen Moment (wie eine "Lilie im Feld') - in dem ich herumzog wie ein Narr Gottes! An diese Unschuld kam jedoch ein Ende. Wie vorausgesagt in der Vision, hast Du mich demnach viele Jahre eindringlich leiden lassen (1987-2002); eine Zeit, in der ich die unterdrückten Teile meines alten Selbst integrieren musste in meine neue Identität Es war auch eine Zeit, in der ich auf peinliche Art und Weise mit der 'Welt' konfrontiert wurde. Eine Periode, in der ich, abermals durch Deine grenzenlosen Segnungen, in der Lage war, die Schritte des spirituellen Weges aufzuschreiben (Der Universelle Weg), neben allen anderen Schreibereien (The Great Learning), die durch Dich inspiriert wurden. Mit Ihrer Hilfe sind meine Teachings universell. Du kanntest meine Eitelkeit und mein Bedürfnis an Erkennung, noch bevor sie mir gewahr wurden. Es sind die grossen Versuchungen, Deine Geschenke für meine eigene Zwecke zu gebrauchen. Weil Du wusstest, wie schwach ich in dieser Beziehung war, hast Du mich diesen Kampf alleine kämpfen lassen. Die Erleuchtung vor die eigene Karre zu spannen, ist die grösste Versuchung, welcher der Mensch gegenüber gestellt werden kann. Ich war gesegnet, dass ich mir von der wahren Art dieser Auseinandersetzung immer sehr bewusst war. Deine helfende Hand kam erst dann, wenn ich keinen Ausweg mehr sah. Dann machtest Du DichSelbst - als Kosmisches Vakuum, beziehungsweise Leere hinter der Leere - an mich kenntlich, als die Dimension jenseits des Lichtes. Durch diese Einsicht begriff ich, dass Erleuchtung nicht das Letztendliche war......wodurch meine Obsession von mir abfiel. Im Gegensatz zum Licht, kann man das Kosmische Vakuum nicht realisieren, besitzen oder erreichen. Du kannst Dich Ihm nur anvertrauen, Dich Ihm hingeben, Es anbeten. Darum ist nicht die Selbstrealisation, sondern Hingabe die höchste Stufe der Spiritualität. Lobet und ehrt die Mutter! Als genügte das noch nicht, schicktest Du mir Teresa von Avila ("Magistra Universalis")* um "auf mich aufzupassen" (Witz). Du gabst sie mir als meine spirituelle Schwester, ein Geschenk wofür ich endlos dankbar bin. Sie lehrt mir unermüdlich, das was für mich das allerschwierigste ist: Hingabe. * Ich bin den vielen dankbar, die mir auf meinem Weg inspiriert haben. Ins Besondere auch Shinran Shonin und dem Jodo-Shinshu Buddhismus, wegen des Nachdrucks auf die "Andere Kraft". Über alles bin ich Sri Ramakrishna dankbar für sein Leben der Hingabe an die Mutter. Sein Wesen is mein Wesen (und alle andere Wesen...). Sein Beispiel resoniert mit meinem tiefsten Verlangen und gibt mir den Mut um den letzten Schritt in meinem Leben zu machen: ein Leben der vollkommenen Hingabe an die Große Mutter. Ich bin froh, dass ich in einer früheren Phase all meine 'grossen Ideen' aufgeschrieben habe. Damit habe ich zumindest meine Pflicht gegenüber meinen Mitmenschen getan. Die alltägliche Wirklichkeit ist nämlich, dass ich - trotz meinerselbst - stets kleiner werde und meine Zielsetzung immer mehr auf menschliche Maße abgestimmt werden. "Nicht mein Wille, doch Dein Wille geschehe". Dass auch die Sorgen (für Morgen) hierdurch von mir abfallen, ist ein gutes Zeichen. Es stimmt mich demütig, dass ich so einen grossen Umweg nötig hatte - das gibt meinen eigenbrötlerischen Charakter an - um letzten Endes bei der Anspruchslosigkeit zu gelangen. Dies kommt, weil Du mich immerzu daran erinnerst - etwas, dass ich jeden Tag aufs Neue lernen muss - dass nur ein Leben in Hingabe an Dich, ein Leben, in dem ich niemals aufhören werde, Dich zu loben, zu ehren und zu danken für alle bedeutungsvolle Segnungen, die ich von Dir empfangen durfte, dass das die einzige und letztendliche Erfüllung ist. Die letzte Phase hat erst begonnen. Durch den Gralskelch hat die Mutter mir das ultime Ziel des Lebens gezeigt: mich bedingungslos ausschenken bzw alle "lebende und nicht-lebende Wesen" lieben. Auf diesem Weg bin ich erst noch ein Anfänger und werde das immer sein. Ich schaue immer auf die Mutter: wie Sie Sich ausschenkt. Demut und Freude sind zwei Seiten derselben Medaille. Lob und preise die Mutter! Dankbarkeit. Wird es noch etwas werden mit diesem Jungen......?" Bei der Gnade der Grossen Mutter, der Alles-Umarmenden Kosmischen
(allerglückseligste Kosmische Gebärmutter) Exkursion: Teresa von Avila In Teresa oder Avila kommen alle mystische Qualitäten zusammen. Sie unterscheidet sichselbst vorzüglich auf nahezu allen Lebensgebieten: spirituell und weltlich, inklusiv Offenheit, Ehrlichkeit, Einsicht, Subtilität, Effektivität, Mut, Hingabe, Barmherzigkeit und Kraft. Auch war sie sehr zeitgemäß. Daher hatte sie auch keine andere Wahl, als sich zu äussern nach den Regeln der Kirche. In Wirklichkeit jedoch war ihr Zustand der Erleuchtung jenseits allen Denk- und Glaubensystemen. Ihr lebenslanger Kampf spielte sich ab zwischen 'sichSelbst-sein' und den Forderungen des Institutes, dem sie angehörte. Das war nicht einfach, denn die Geißel der Inquisition trieb in aller Heftigkeit sein Unwesen. Viele ihrer Arbeiten muss darum 'zwischen die Zeilen hindurch' gelesen werden. Doch es gibt auch Passagen mit, mehr oder weniger, offener Kritik gegen die Kirche, die Inquisition, die minderwertige Position von Frauen usw. Besonders verdächtig war ihr 'innerliches Gebet', wegen der Gefahr, dass sie sich auf passive Weise mit dem Göttlichen identifizieren könnte (verurteilt als 'Illuminismus'). Das wird vor allem deutlich, wenn man ihre zwei (drei) Versionen von Ihrem Buch "Weg der Vollkommenheit" miteinander vergleicht. In der ersten ("Escorial") äussert sie sich zunächst noch (ziemlich) frei, in der zweiten ("Valladolid") sind viele dieser offenen Passagen zensuriert. Und wenn man dann bedenkt, dass die Inquisition bereits bei der ersten Version über ihre Schulter mitgeäugelt hat! Dies führt zu der (weitverbreiteten) Auffassung, dass alle wahren Mystiker in der Tat universell sind. Tief von innen gehören sie keiner einzigen Religion an. Das wird bestätigt durch die Tatsache, dass alle Mystiker dieselbe Sprache sprechen, unabhängig von ihrer (aufgezwungenen) formellen Mitgliederschaft einer bestimmten Religion. Sieh Eckhart, Suso, Ruusbroec, Rumi, Ibn Arabi, Kabir, Sri Ramakrishna und zahllose andere. Teresa unterscheidet sich dadurch, dass sie sich hier hervorragend hindurchschlägt; ihr Weg ist ein "Integraler Weg" im wahrsten Sinne des Wortes. Darum ehren wir diese ausserordentliche Mystikerin, Erleuchtete Lehrerin (und Doktor der Kirche...) mit dem Titel die ihr zukommt: "Magistra Universalis". Ich erkenne soviel in Teresa, dass es mich jedesmal wieder erstaunt. Es beginnt mit biographischen Details. Sie stammt von den sogenannten 'Conversos' ab, eine Mischung von Spaniern und Juden. Ich stamme ab von einem Spanier, der desertierte (zur selben Zeit, in der Teresa lebte) und der nach dem Rückzug der Spanier in den Niederlanden zurückblieb. Sie war, genau wie ich, auch ganz begeistert von Rittergeschichten, und hatte nach aller Wahrscheinlichkeit 'Parzival' gelesen. Das inspirierte sie zum schreiben von "Die Innerliche Burg". Ein wichtiges Hindernis auf dem Weg zur Hingabe, war für sie ihr 'Stolz', der auch mir ordentlich zu schaffen macht. Dann ihre 'angeborene' Triebfeder zu reformieren. Ihr Leben im ersten Kloster war viel zu leicht, daher stiftete sie einen Neuen Orden, gegründet nach 'ursprünglichen Regeln'. Anknüpfen bei der Tradition - um so die heutige Wirklichkeit transformieren zu können - gehört zum Kernstück meines Teachings. Dann ihre Großen Erfahrungen. Alles, was sie in ihren Büchern beschreibt, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Oft bis auf die kleinsten Einzelheiten. Dies rührt mich immer wieder, Freude und Tränen überkommen mich dann. Aus diesem Grund kann ich immerzu ein Buch von ihr aufschlagen. Ein kleines Stückchen darin lesen ist oft schon genug. Gleich darauf kommt dann soviel 'nach oben', dass ich das Buch kurze Zeit später wieder weg legen muss. Ich teile ihre kompromißlose Leidenschaft für die Wahrheit. Nicht etwa, dass sie diese immer öffentlich zeigen konnte. Denn die Kirche mit ihrer Inquisition saß ihr andauernd auf den Fersen. Darum musste sie diplomatisch sein. Für den richtigen Hörer jedoch ist sie sonnenklar. Sie betrachtet die Gotteserfahrung als das Fundament von Religion. Es ist der Springbrunnen, der das Leben ununterbrochen befruchtet. Alles andere ist sekundär. Da es größer ist wie man selbst, muss man es einfach mit anderen teilen. Daher ihr ruheloses Streben, um ihren Neuen Orden überall zu errichten. Diese Einheit von Kontemplation und Aktion ist auch in meine Seele geprägt. Genau wie Teresa weiß auch ich mich als 'Gefangener der Ewigkeit', 'der Bauführer' von 'dem Willen des Letztendlichen'. Ein Wunder Vor kurzem fühlte ich, dass es an der Zeit war, dass ich 'mein Kreuz auf mich nehmen musste'. Bis dahin hatte ich - nicht etwa, dass es immer so einfach war - in der schützenden Dimension der Grossen Mutter gelebt. Es war ein hin und her schwenken zwischen Verschmelzung einerseits, und Tatendrang andererseits. Dann gab es wieder eine Periode, dass 'die Mutter mir den Weg schon zeigen wird', während ich mirselber zu anderen Zeitpunkten vorwarf, zu bequem zu sein. Die Chance kam im Frühling 2004, als ein 'alter Plan' verwirklicht werden konnte. Freunde von uns waren - überrasschend genug - bereit, nach Nord-Spanien zu fahren, um dort eine Hilfestelle für Pilger aufzurichten, die auf dem Wege nach Compostela waren. Die lokale Bevölkerung des schönen Städtchens Estella waren so begeistert über diese Initiative, dass sie uns während der Sommerzeit einen Raum in einer bedeutenden Strasse (kostenlos!) zur Verfügung stellten. Unser Projekt bestand aus dem kostenlosen behandeln von schmerzhaften Beschwerden mit der Chinesischen Guasha-Therapie*. Also, auf nach Spanien, das Land der Teresa von Avila. Auf meinem Weg nach Spanien wurde die Anziehungskraft, um erst nach Avila zu fahren, so stark, dass ich an einem Stück durchgefahren bin. Es war die spirituelle 'Aufregung', die ich schon kannte, wenn eine spezielle Resonanz im Voraus lag. Ich spürte intuitiv, dass ich nach Avila musste. Es ist fast so, als ob Du Deine liebste Schwester nach 40 Jahren zum ersten Mal wiedersiehst. Und Teresa war (ist) mehr wie eine Schwester für mich..... Einmal in Avila angekommen, rannte ich sofort zum Kloster "Encarnación", in dem Teresa ihre erste Zeit durchbrachte. Dort angekommen, sah ich auf dem Hof ein grosses Kruzifix stehen. Normalerweise verspüre ich einige Aufdringlichkeit bei Kruzifixen - ich ärgere mich zum Beispiel an Kruzifixen droben auf Bergen, Hügeln und Felsen* - nun aber war da eine subtile Neugierigkeit, mich ihm zu nähern. Je dichter ich bei der Statue kam, desto sanftmütiger ich wurde. Bis ich - ich konnte es selbst kaum glauben - das Kruzifix mit einer gewissen Zärtlichkeit berührte. So, es war fast wie ein kleiner Schock. Es durchfuhr mich auf der Stelle, von Kopf bis Fuß eine wunderbare Ruhe. Durch die Berührung war natürlich ein innerlicher Widerstand beseitigt. Ich begriff, dass dies meine letzte Barriere war. Jetzt, wo es keinen Widerstand mehr gab, wurde mir die Bedeutung des Geschehens klar. Dadurch, dass ich das Kreuz zuließ, hatte ich gleichzeitig 'mein eigenes Kreuz auf mich genommen' bzw die Bereitschaft, die Rolle zu vertreten, weshalb 'ich in diese Welt gekommen war'. Der Widerstand war eigentlich eine Weigerung, mich zu verbinden. Oh, oh, das war vielleicht eine Entdeckung! Auf die anfängliche Freude, den neuen Mut und der Klarheit über das Vorgefallene, folgte auch ein Schimmer von 'aufgeben müssen des behaglichen Lebens'. Dies ist mir schon eher überkommen, regelmäßig hatte ich Visionen davon. Doch nun schien es endgültiger. * Was tatsächlich bezeugt von einer unglaublichen Arroganz bzw Intoleranz der Natur und anderer Auffassungen gegenüber. Die Christen sollten diese Symbole aus der Natur entfernen. Auf dem Rückweg in die Stadt und sinnend über das, was mir soeben geschehen war, fiel ganz plötzlich und unerwartet ein grosses rundes spanisches Brot vor meiner Nase auf den Boden. Sofort schaute ich nach oben.... nichts zu sehen, überhaupt nichts. Nur geschlossene Fenster und verlassene Balkons. Kein Laut, keine Bewegung zu entdecken. Wirklich ganz und garnichts. Das Brot war mir buchstäblich aus heiterem Himmel vor die Füße gefallen. Ich war perplex. Voll Erstaunen nahm ich das Brot in meine Hände. Ich versuchte, zu erfassen, was passiert war. Natürlich kam als erstes ein Gefühl von Koinzidenz in mir auf. Ich schenke nicht so schnell Glauben an 'Bedeutungen' von Ereignissen. Doch dies war wohl sehr frappant. Die hohe Erwartung, 'dicht bei Teresa sein zu wollen'. Dann ein Kloster mit dem Namen "Inkarnation", das kleine Wunder des 'Aufnehmens meines Kreuzes', dann die Besorgnis darüber, 'wie ich mich im täglichen Leben zurecht finden werde', woraufhin das 'himmlische Brot' folgte. "Normalerweise" schiebe ich solche Dinge beiseite, aber jetzt dachte ich "warum sollte mir nicht auch einmal ein Wunder geschehen?".....Okay, es ist also ein Wunder. Infolgedessen brauche ich mir also keine Sorgen zu machen über 'mein tägliches Brot'. Auf einmal fiel mir ein biblischer Text ein: "Strebe dem Königreich nach und der Rest wird Dir gegeben". In dem Moment begriff ich die Wahrheit dieser Aussprache. Ich fühlte Mut und Kraft in mir aufkommen. Genau das hat mir schon immer gefehlt. Tiefe Dankbarkeit gegenüber Teresa regten sich in mir. Ich danke Dir, liebe Schwester, Du bist so gut zu mir. Durch die Kastilianischen Anhöhen zurück nach Estella. Dort begann eine äusserst freudvolle Zeit, in der wir mit einigen (wechselnden) Freunden täglich den Pilgern halfen. Dass wir uns für Estella entschieden hatten, schien in mehreren Beziehungen optimal zu sein. Die meisten Pilger starteten ihre Route nämlich an der französisch-spanischen Grenze. Von dort müssen sie vier Tage lang sehr steile Hänge nach unten laufen, um in das Tal von Pamplona zu kommen. Da die meisten von ihnen ungetraint sind, hat - durch die grosse Belastung - eine grosse Anzahl Hüften-, Knie- und Knöchelbeschwerden (neben Schulterschmerzen). So kommen sie in Estella an. Die chinesische Guasha-Therapie war die beste Wahl, die wir hatten treffen können. Sie war ganz besonders gut geeignet für derartige Beschwerden. Die Menschen konnten es kaum glauben, dass, nach zehn bis zwanzig Minuten Behandlung - auf keinen Fall länger - , der Schmerz völlig verschwunden war. Wie viele haben wir nicht hereinstraucheln, und mit grossen Augen von Erstaunen, und unter freudigem Jauchzen tanzend, wieder weiterziehen sehen?* Der eine Tag war häufiger besucht, wie der andere. Manchmal kamen nur einige vorbei, und manchmal mehr wie dreißig. Die Freude wirkte ansteckend. Jeder, der kam um zu helfen, wurde von selbst fröhlich. Menschen auf diese Art zu dienen, war nicht schwer, anstrengend oder ermüdend. Man bekam Energie davon. Das Wunder der 'schnellen Heilungen' verbreitete sich bis in die Stadt. Darum bekamen wir rasch ein Interview in der lokalen Zeitung. Mit im Endeffekt, dass auch die örtliche Bevölkerung ihren Weg zu uns fanden. * Für Interessierte, die diese Aktion 'in Wirklichkeit sehen wollen', haben wir DVD's gemacht. Diese sind zu bestellen. Estella war besonders, nicht an letzter Stelle wegen meiner vielfachen Besuche an die lokale Madonna, die "Virgen del Puy". Ihr Bild stand in einer Kirche auf einem Hügel. Wie so oft in spanischen Kirchen, stand Sie zentral, während ein Kreuz(chen) unauffällig seitwärts plaziert wurde. Das Bild hatte ein feines Gesichtchen und auf dem Haupt saß eine Krone. Sie trug ein silbernes Gewand und stand auf einem, gleichfalls silberfarbig, Sockel in der Form einer Mondsichel (Symbol der Großen Mutter). Sie hatte eine außergewöhnliche Anspruchslosigkeit. Prompt, nachdem ich die Kirche betreten hatte, wurde ich getroffen durch Ihre Anwesenheit. Sowie ich mein Blick auf Sie richtete, wurde ich (in aller Klarheit) ganz und gar durch Sie 'absorbiert'. Während alles von mir abfiel.....es gab nichts mehr zwischen uns....und Sie mir den Atem benahm......Ihr Gesicht lebendig wurde.....ich Sie unentwegt anschaute..... fing sie an, mir zuzulächeln..... Ein allerliebliches Lächeln - soviel Anmut hatte ich selten gesehen - erweckte eine Fontäne voller Freude in mir. Ein "Stückchen" Ewigkeit nahm Besitz von mir. Häufig rinnten mir die Tränen über die Wangen. Ich konnte nur noch dankbar sein. © 1999 Copyright by Han M. Stiekema. Alle Rechte vorbehalten |